Elisabeth Sabo, Skulpturen

Gedanken zu meinen plastischen Arbeiten aus Ton


Was mich zur Keramik hingezogen hat, ist die Tatsache, dass ich dabei die Formen und Gestalten in völlig neuen Dimensionen kennenlernen konnte. Erst die Arbeit mit Keramik ermöglicht es, die verschiedenen Blickwinkel eines Gegenstandes zu erfassen, durch die eine künstlerische Darstellung an Aussagekraft gewinnt.
Von Beginn meiner Arbeit an interessiere ich mich stark für Plastik, Figuratives und bildhauerische Fragestellungen. Dabei versuche ich intuitiv vorzugehen und aus dem Gefühl heraus etwas zu erschaffen. Nur selten besteht bereits am Anfang der Arbeit eine feste Vorstellung vom fertigen Ergbenis. Häufig kann ich mich nicht daran erinnern, wie eine Figur plötzlich zwischen meinen Händen erwachsen ist. Immer wieder ist es eine neue Entdeckung, zart in der Balance und noch unbestimmt in der plötzlichen Entstehung. Im Mittelpunkt meiner Arbeiten steht das Experiment. Das gilt für Gefäßkeramik wie auch für freie Objekte und Skulpturen. Das wichtigste, was ich mir für meine Figuren wünsche, ist, dass sie eine Seele bekommen.
Zu meiner Technik: Meine Figuren sind dickwandig. Ich verwende grob schamottierten Ton und baue alle Figuren auf. Dabei arbeite ich mit Platten, die ich über Formgeber walze. Die Platten oder Plattenfetzen werden gerissen und/oder geschlagen, bis sie zu einer Figur wachsen. „Wachsen" bedeutet für mich, dass ich prinzipiell von unten nach oben arbeite, vom Fuß bis hinauf zum Kopf. Eine weitere Methode, die ich für mich neu entdeckt habe, ist die Arbeit mit Tonschlicker. Hierbei verteile ich mit nur einem Werkzeug den auf ein Skelett geworfenen Tonschlicker. Durch diese Technik entsteht ein dynamisches und kraftvolles Ergebnis, wie man es auch bei meiner Skulptur „Ship" sehen kann.
Vor dem Brennen werden die Oberflächen mit Holzasche behandelt, um Erdtöne zu erzielen. Die Objekte werden im Brennofen bei 1.100 Grad Celsius gebrannt. Danach werden sie mit Acrylfarbe bemalt.

Elisabeth Sabo